Das Kannibalische Museum  (9.3.2002-2.3.2003) 

        

Unter dem Titel Das kannibalische Museum widmet das Team des MEN seine Wechselausstellung dem Wunsch, sich von den anderen zu ernähren - ein Wunsch, der Pate stand bei der Gründung und beim Aufbau von Völkerkundemuseen. Die Sammlungen, über Jahre hinweg von Ankäufen und Sammeltätigkeiten an Ort gespeist, zeugen vom Willen, sich eine Alterität einzuverleiben, die umso mehr geschätzt wird, je radikaler sie scheint.
   

Damit die Ausstellungsbesucher auch etwas zu beissen haben, wählen die Museologen Überreste materieller Kultur aus ihren Vorräten und bereiten sie nach Rezepten zu, die diesen oder jenen Aspekt einer Ähnlichkeit oder eines Unterschieds zwischen dem Hier und dem Anderswo kontrastreich zur Geltung bringen. Dann decken sie den Tisch für das Festmahl, an dem eine soziale Verbundenheit mit der gesamten Menschheit angeboten wird. Manchmal, wenn sie ihre eigene Praxis oder Sichtweise inszenieren, zehren die Museologen auch an sich selbst.

   
Aber stets fragen sie nach den Zusammenhängen zwischen Identitätssuche einerseits, der Gewalt und dem Heiligen andererseits, sie erforschen Zonen, in denen der kannibalische Trieb herumgeistert: gleichzeitig opfernde Kommunion, symbolische Schöpfung und Lesart des Anderen.

  

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Mise à jour le 26.11.2003  [Webmaster]

  

  

  

  

  

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