Der Unterschied (MEN)
   

Zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert ist es in allen Sparten des Wissens, namentlich in jener der Naturwissenschaften auf der Grundlage der Arbeiten von Linné und Buffon, zu gründlichen Brüchen gekommen. Das alte System der Beziehungen zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos, welches von der Mythologie ausging, ist durch die Suche nach einer vollständigen Einordnung der Welt ersetzt worden. Der Begriff des Unterschiedes hat während dieser Zeit seine moderne Bedeutung gewonnen, diejenige des logischen Operateurs, der zum messen, einschätzen, bestätigen und bestimmen einer Abweichung von einer Norm oder eines geregelten Systems dient.

       

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Heutzutage ist die Arbeit des Unterschiedes in allen Sparten des Sozialen spürbar. Das Werkzeug, das er darstellt, hat, auf die Intelligenz angewendet, die Absicht, den Intelligenzquotienten einer Einzelperson mit Hilfe eines kulturell orientierten Tests (IQ) zu messen, diese Person auf einer Werteskala einzuordnen, sie durch das Angebot oder die Verweigerung des Zuganges zu einer sozialen Funktion zu billigen, und zu bestimmen, ob diese Person genial, normal oder beschränkt sei. 1995_3.jpg (13193 octets)
 

Aber dieser beinahe klinische Vorgang scheint systematisch immer mehr aufgewogen zu werden durch utopische Reden im Stil «alle verschieden, alle gleich», welche dazu neigen, die Wünsche nach Gleichheit mit der Wirklichkeit, in welcher wir leben und welche immer selektiver und ungleicher wird, zu verwechseln. Diesen Unterschied untersucht das Team des MEN in erster Linie, über sieben Tage einer modernen Entwicklung hinweg, welche die soziale Schaffung der Ungleichheit hervorruft. Das Thema schliesst auf das Risiko hin ab, eine Bedeutungsauflösung, verbunden mit einem neuerlichen Bruch, zu durchlaufen: dem Bruch eines unerbittlichen Abgleitens in eine theoretisch mögliche Gesellschaft.

   
  

Mise à jour le 18.09.1998   [Webmaster]