Kunst ist Kunst (12.6.1999 - 27.2.2000)

     

Wer sich heute mit Kunst befassen will, muss zwangsläufig all die Orte aufsuchen, an denen Kunst gemacht, diskutiert, gezeigt, legitimiert und verkauft wird. Diese Orte sind für den Künstler unentbehrlich, sie ergänzen das Kunstwerk. Sie bilden nicht einfach soziale Räume; indem sie Architektur, szenische Einrichtung, Schauspieler, Publikum, Strategien und spezifische Diskurse in einen Zusammenhang stellen, ergeben sie ein System. Sie koexistieren als Klüngel, vernetzen sich, ergänzen einander und rivalisieren miteinander. Die Ausstellung l'art c'est l'art (Kunst ist Kunst) betrachtet einige dieser Orte unter einem ethnographischen Blickwinkel, ein Versuch, der allzu engen und einseitigen Wahrnehmung des Kunstbereichs und des Phänomens Kunst zu entrinnen. So werden Museen, Zentren, Kunstgalerien, aber auch Wohnungen, Ateliers, Lagerräume und Verkaufsstellen ohne Ordnung und bestimmte Abfolge in einen Zusammenhang gestellt, in der Absicht, Konfrontation auszulösen, zu enthüllen - was zweifellos bis heute der eigentliche Auftrag der Museographie geblieben ist.
  

Affiche

  
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Mise à jour le 28.11.2003   [Webmaster]