Das Museum für moderne Kunst

     

Der Auflösungsprozess der Prinzipien, die ein Kunstwerk definieren, hat mit der modernen Kunst begonnen – grosso modo in der Zeitspannne der dritten französischen Republik – noch vor der zeitgenössischen Kunst, wie sie sich nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt hat. Der Impressionismus verstösst gegen die akademischen Regeln der Darstellung, der Fauvismus gegen die Codes der bildlichen Darstellung der Farben und der Kubismus gegen die der bildlichen Darstellung der Volumen; der Expressionismus verstösst gegen die Normen der Objektivität der bildlichen Darstellung; der Futurismus verstösst gegen humanistische Werte, der Dadaismus gegen die Kriterien der Ernsthaftigkeit, der Surrealismus gegen die Wahrscheinlichkeit; die verschiedenen Abstraktionen vom Suprematismus oder Konstruktivismus bis zum abstrakten Expressionismus verstossen gegen die Notwendigkeit der bildlichen Darstellung: Von einer Generation zur andern bringt die moderne Kunst die kanonischen Prinzipien der Kunst durch ihre Verstösse ins Wanken und provoziert damit Skandale.

Nathalie Heinich. 1998. Le triple jeu de l’art contemporain. Paris: Minuit, p. 19.

 

Le Musée d'art moderne

  

Miquel Barceló. 1988. Huîtres III. Technique mixte sur toile. 200 x 200 cm. Collection privée.
Andy Warhol. 1984. Portrait of Hubert, Franz and Friedler. Acrylic and silkscreen on canvas. 102 x 204 cm. Prêt Galerie Bruno Bischofberger, Zurich.
Jean Tinguely. 1963. Radio Tokyo II. Haut-parleur, éléments d’un transistor, fer. 92 x 26 x 15 cm. Collection A. L’H., Genève.

  

  

Das Museum für moderne Kunst

  

Die modernen Künstler werden sich gegen die Tradition wehren, die die technischen Kompetenzen der Kraft und der Originalität des Themas vorzieht – eine Tradition, die die pompösen Maler des 19. Jahrhunderts bis zum Äussersten geführt haben. Die Modernen werden das Gegenteil des Know-hows vertreten.
Die Maler arbeiten heute frei. Sie können sich ganz ihrem Suchen widmen, ohne sich den Anforderungen der Kunden zu unterwerfen. Von den Auflagen des Auftragswerks befreit, beziehen sie ihre Inspiration gerne aus dem Alltag, entnehmen ihm Ideen, aber auch Bilder, Materien und Objekte.
Mit ihrem Interesse für die Macht der Objekte, für die Bedeutungen oder Ideen, die sie bergen, befinden sich die Maler auf einem Gebiet, das bis anhin den Dichtern und Philosophen vorbehalten war. Ihre Produktion ist nicht mehr einer spezifischen und sofort erkennbaren Technik unterworfen. Mit Werken, die kaum mehr mit Bildern Ähnlichkeit haben, gewinnen die Künstler eine neue Distanz zu ihren Werken, machen sich gerne über sich selbst lustig, machen sich selbst lächerlich, treiben es bis zur Selbstzerstörung.
Wenn das Projekt eine technische Kompetenz erfordert, die jene des Künstlers übersteigt, beauftragt er einen Handwerker, einen Arbeiter oder einen Ingenieur mit der Herstellung. Die Arbeit des Künstlers hängt nicht mehr von der technischen Beherrschung ab, sondern von der Kraft, etwas heraufzubeschwören, die das Werk in sich trägt. Damit diese ihr Ziel möglichst direkt erreicht, ist es besser, auf ihren sakralen Aspekt zu verzichten. Das Werk ist banalisiert und könnte mit Gebrauchsgegenständen verwechselt werden.

Christophe Domino. 1994. L’art moderne. Paris: Centre Georges Pompidou, S. 67-68.
  

L’art des affaires est l’étape qui succède à l’Art. J’ai commencé comme artiste commercial, et je veux finir comme artiste d’affaires. Après avoir fait ce qu’on appelle «de l’art» (ou ce qu’on veut), j’ai plongé dans l’art des affaires. Je voulais être un «businessman de l’art», ou «artiste des affaires». Faire de bonnes affaires c’est l’art le plus fascinant. Pendant l’ère hippie, les gens méprisaient l’idée d’affaires — ils disaient «L’argent est nocif», et «Le travail est nocif», mais faire de l’argent est un art, travailler est un art, et les bonnes affaires sont le plus beau des arts.

Andy Warhol. 1977. Ma philosophie de A à B et vice-versa. Paris: Flammarion, p. 79.

  

Le Musée d'art moderne

     

Hors-champ:
Jean-Michel Basquiat. 1983. Da Vincy’s water theory for Victor Hugo. Huile sur toile. 168 x 153 cm. Collection privée.

  

> Merchandising.
Casquette. Gorres Magritte 2 ModelSX2. c) 1996 Charly Herscovici Brussels. Importé. Usagé. Achetée 1700 Pts à la Fundació Joan Miró, Barcelona. MEN 98.64.1
Tasse. Mug Picasso Guernika. Achetée 1700 Pts au Museu d’Historia de Catalunya (Botiga llibreria), Barcelona. MEN 98.65.1

  

  

  

Mise à jour le 28.11.2003   [Webmaster]