Die Galerie Numaga

  

Die Galerie Numaga wurde im Jahre 1956 in La Chaux-de-Fonds eröffnet. Ihren Namen verdankte sie den Strassen Numa-Droz und Agassiz, an deren Ecke sie sich befand.
Im Jahre 1962 richtet sich die Galerie in Auvernier ein. Seit 1968 zeigt sie eine Ausstellung extra muros, L’art dans les usines (Die Kunst in der Fabrik), sowie ethnographische Ausstellungen. Ab 1979 folgen mehrere thematische Ausstellungen. Die Galerie Numaga macht an der Ausstellung l’art c’est l’art mit, weil sie autonom funktionieren und gleichzeitig mit einem Ganzen verbunden sein kann. Es ist eine Gelegenheit, einmal aus einem anderen Blickwinkel, in einem anderen Rahmen wahrgenommen zu werden… Sie hat sich entschieden, Werke auszustellen, die ihr für Gedankenanstösse wichtig scheinen, weil das Thema ein stetes Suchen bedeutet.
Ihre Teilnahme gliedert sich in sieben Interventionen, in denen die Galerie jedesmal Werke ihrer Künstler ausstellt. Als Kontrapunkt setzt sie den «Blick» der primitiven Kunst, der in der Geschichte der Galerie nie fehlte. Hier gibt es keine Unterschlagung, keine Wiederverwendung in einem persönlichen Diskurs: jedes Werk behält seine Autonomie, seine Besonderheit, seine geheimnisvolle Undurchsichtigkeit. Jeder Besucher wird aufgefordert, in einen Raum einzutreten, der von aussen nicht eingeschätzt werden kann. Es wird einzig eine Gegenüberstellung mit dem Werk angeboten, da der Galerist nur gelegentlich anwesend ist. Es liegt am Schauenden, sich überraschen zu lassen, aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen und sich zu sehen.

Nicole Gonet und Gilbert Huguenin, Auvernier.
  

  

La galerie Numaga

  

Artistes ayant exposé à la galerie: Alberola, Maya Andersson, Silvia Bachli, Carlo Baratelli, Baumeister, Vincenzo Baviera, Franz Beer, Pol Bury, Mariapia Borgnini, Miriam Cahn, Antony Caro, Albert Chaminade, Pierre Chevalley, Chillida, Dario Cortese, Richard Deacon, Olivier Debre, Gianni Dessi, Maurice Esteve, Olivier Estoppey, André Evrard, Barbara Ellmerer, Alan Green, Barbara Hee, Peter Hutchinson, Jean-Michel Jaquet, Paul Klee, Kijno, Per Kirkeby, Kolos-Vary, Erik Koch, Konok, Alex Kosta, Lapoujade, Jean Leppien, B. Louttre, Lucebert, Raymond L’epée, Jean Mauboules, Simonetta Martini, André Masson, Magnelli, Jean-René Moeschler, Musialowic, Meret Oppenheim, Flavio Paolucci, Teresa Pagowska, Carmen Perrin, Hernandez Pijuan, Mathieu Pilloud, Pincemin, Prampolini, Prassinos, Philippe Proutheau, Radice, Reggiani, Erik Reiling, Ingo Ronkholz, Peter Royen, Santomaso, Staritsky, Gérard Schneider, Jean Seiler, Francine Simonin, Soldati, Jean Stern, Tajiri, Sofu Teshigahara, Telemaque, Thomkins, Marco Tirelli, No Lee Ung, Wainer Vaccari, Marie-Thérèse Vacossin, Thornton Willis, Léon Zack, Jean Zuber.
  

  

     

Die Kunstgalerien

  

Für viele fortgeschrittene Kunstliebhaber sind die Kunstgalerien der Inbegriff des Orts für Kunst: dort wird ein sehr sicherer Geschmack gepflegt, wagemutig genug, damit der anspruchsvolle Intellektuelle auch etwas davon hat; dort wird ein formeller Klassizismus entwickelt, bewährt genug, damit ein Kunstliebhaber, der von Grenzerfahrungen nicht unbedingt begeistert ist, sich noch zurechtfinden kann. Als eigentliches Gedächtnis der Kunstströmungen dieses Jahrhunderts bleiben sie im allgemeinen profilierten Künstlern treu, versuchen deren Weg bekannt zu machen und lehnen meist Künstler ab, die von lokalen Behörden oder kulturellen Institutionen unterstützt werden. Sie sehen andere Horizonte als nur die Regions- und Landesgrenzen und betreiben eine Kundenwerbung, um die sich viele Museen nicht mehr kümmern. Genau dies ist oft ein mehr oder weniger offener Streitpunkt zwischen Konservatoren und Galeristen.
Die typischen Besucher der Galerien für moderne Kunst sind gutsituierte Ledige und Paare ohne Kinder, für die die Werke den oft konfliktgeladenen Dritten darstellen. Die Vernissage nimmt eine Schlüsselposition im Betriebsablauf ein: bei dieser Gelegenheit werden die nützlichsten Beziehungen geknüpft, die ertragreichsten Verkäufe getätigt oder vorbereitet.
Seit kurzem zeigen viele Galerien für moderne Kunst ein Interesse für ethnographische Objekte. Diese stellen sichere und beständige Werte dar, sind klassisch und gleichzeitig anders, beruhigen und stören – sie sind eigentlich so wie die Galerien selbst.

Nathalie Heinich. 1998. Le triple jeu de l’art contemporain. Paris: Minuit, S. 12.

  

  

> Vernissage.
Assiette en porcelaine blanche, à marli festonné, comportant une tartine de caviar, une tartine d’œufs de saumon et deux tranches de citron en plâtre coloré. MEN 99.21.1.
Bouteille de vin blanc d’Auvernier.

  

  

  

Mise à jour le 28.11.2003   [Webmaster]