Mit dem Netz der
Künstler, die sie mobilisiert, steht die Galerie für zeitgenössische Kunst dem
Kunstzentrum nahe; von ihm entfernt ist sie, weil sie im Prinzip ohne Subventionen
funktioniert. Seit kurzem ist sie in gewissen Szenen des Grossstadtlebens aufgetaucht.
In Paris z. B., in der rue Louise Weiss, sind es ihrer sechs; ihre Aktivitäten sind so
gut aufeinander abgestimmt und ergänzen einander dermassen, dass sie vom Centre
dart contemporain von Meymac eingeladen wurden (7. März bis 20.
Juni 1999), gemeinsam eine charakteristische Auswahl der Künstler, die sie
vertreten, auszustellen. Laut Text auf der Rückseite der versandten Postkarte, gibt
dieses Projekt «dem Centre dart die Gelegenheit, das Engagement dieser Galeristen
hervorzuheben und ganz allgemein wieder an ihre Rolle einer treibenden Kraft im Hinblick
auf das Angebot in der Kunstszene zu erinnern. Mit dieser Einladung begrüsst das Centre
dart contemporain auch das Auftauchen eines neuen Pariser Quartiers mit
kulturellem Hauptakzent. Der Zusammenhalt und die innovative Funktionsweise, die diese
Galerien unter dem gemeinsamen Aushängeschild »Scène-Est» entwickelt haben, sind
kennzeichnend für eine neues Modell, Kunst in der Gesellschaft in Umlauf zu bringen.»
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Yves
Netzhammer. 1997-1999. Extraits de: Wenn man etwas gegen seine Eigenschaften
benützt muss man dafür einen anderen Namen finden. VHS. 60 min. Prêt Yves
Netzhammer, Zurich.
Yves Netzhammer est né en 1970. Etudes darchitecture à Schaffouse (1987-1990).
Hochschule für Gestaltung und Kunst (1991-1995). Plusieurs expositions depuis 1996 au
Museum zu Allerheiligen de Schaffouse, dans divers Centres dart et dans des
galeries.
Mariko Mori.
«When we were first
». Photo sous plexi, flacon de parfum sous plexi sur socle,
avec lumière. 60,2 x 47,2 cm ; 19,3 x 19,3 x 19,3 cm; 141 x 28 x 28 cm (avec socle).
Collection A. LH., Genève.
Artiste japonaise née en 1967, Mariko Mori habite actuellement à New York. Elle connaît
un succès grandissant depuis 1995, date à laquelle elle réalise Birth of a star.
Ses photos sont entièrement digitales et accompagnées dun effet 3D. Elle se met en
scène dans limage, adoptant un rôle stéréotypé de la féminité en général,
et tout particulièrement de la féminité japonaise. Son succès est retentissant en
Europe et aux Etats-Unis. Elle a reçu une mention à la Biennale de Venise de 1997 pour
une installation vidéo en 3D.
«Her work is not simply about fantasy per se, about identity discriminated by type
(gender, race) but a realistic assessment of the gaps which have opened up between the
individual and the totality of world life today. It acknowledges the fact that life and
the world will for now on ever remain incommensurate, and that in mass life in a
completely "westernized" planet (but isnt even that word sounding
old-fashioned now ?) we are all aliens to each other, and all must now construct
fetish-zones for ourselves, our own virtual-reality capsules in wich to breathe, dream and
live.»
Robert
Mahoney, www.artnet.com/magazine/features/mahoney
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Chronologische Abfolge
oder ästhetische Kategorie, Qualifikation oder Disqualifikation mit genau dieser
doppelten Zweideutigkeit spielte der Künstler Jochen Getz bei einer öffentlichen Debatte
im Frühling 1997: «Die zeitgenössische Kunst ist nichts anderes als Kunst von
heute. Ja, ich betone: von heute.» Sein Beharren auf diesem Begriff genügte, um
die beiden in der Bezeichnung «zeitgenössische Kunst» enthaltenen Zeitlichkeiten
hervorzuheben: eine sachbezogene auf chronologischer Basis und eine normative auf
ästhetischer Basis. Erstere impliziert eine weit gefasste, eklektische Definition, die
alles, was während eines bestimmten Zeitraums in der Kunstwelt produziert wird,
einschliesst; letztere impliziert eine Auswahl, eine Auslese im Hinblick auf eine
Übereinstimmung mit der Gegenwart und anerkennt damit den Bruch mit der Vergangenheit.
Dieser Bruch ist zum Grundstein eines neuen ästhetischen «Paradigmas», einer neuen
Definition der Bedeutung der Normalität in der Kunst geworden.
[
] Implizit geht es also durchaus um eine ästhetische Kategorie, analog zu dem, was
man zur Zeit der gegenständlichen Malerei «Genre» nannte: ein Genre, das die Stellung
einnimmt, die seinerzeit der Historienmalerei zukam. Wie diese, ist das Genre
zeitgenössische Malerei in der Tat nur ein Teil der künstlerischen Produktion. Eher von
den öffentlichen Einrichtungen als vom freien Markt unterstützt, befindet es sich ganz
oben in der Hierarchie von Preis und Prestige und ist mit der gelehrten Kultur und dem
Text eng verbunden.
Nathalie
Heinich. 1998. Le triple jeu de lart contemporain. Paris: Minuit, S. 11.
> Cocardes de concours hippiques. Prêt Valérie
Soguel-Auger.
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