Die Auswahl der afrikanischen Objekte, Masken und Skulpturen für
die Ausstellung lart cest lart trägt absichtlich jener
besonderen Ästhetik Rechnung, die stark der Geschmacksveränderung und den ästhetischen
Vorstellungen der heutigen Sammler entspricht.
Es geht vor allem um komplexe expressionistische Stile, die gleichzeitig archaisch,
raffiniert, mächtig und erfinderisch sind. Oft erkennt man die Nuancen erst auf den
zweiten Blick. Es handelt sich um entschlossene, manchmal brutale, eckige Volumina, die
vor allem der spontanen künstlerischen Erfindung sowie der Reduktion der Rhythmen und
Proportionen auf das Wesentliche Ausdruck zu verleihen suchen. In der Direktheit des
Ausdrucks widerspiegelt sich das Können des Bildhauers.
Die ausgewählten Exemplare erinnern somit weniger an bekanntere afrikanische Stile, sie
bringen vielmehr erfinderische Rhythmen weniger vertrauter Künstler und Völker nah, wie
die der Mumuyé und der Montol aus Nigeria, der Lobi aus Burkina Faso, der Moba und der
Tschamba aus Togo. Andere Figuren und Masken aus verschiedenen Regionen Afrikas, befinden
sich in der Ausstellung, weil sie eine ästhetische Besonderheit aufweisen und einen engen
Bezug zum behandelten Thema haben.
Jean
Zuber. 1999. «Du côté des collectionneurs», in: Gonseth Marc-Olivier, Jacques Hainard
et Roland Kaehr, éds. Lart cest lart. Neuchâtel: MEN,
S. 189-190.
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Coll.
Stephan Kurc. Statues Mumuyé, Tchamba, Ibo, Montol.
Coll. François Bouillon. Statues Moba, Montol, Bambara, Mumuyé, Lobi,
Lobi/Dagari, Mumuyé.
Coll. Jean Zuber. Statues Metoko/Lengola, Mumuyé, Dogon/Zeno, Montol,
Montol-Wamba, Kwere, Nyamwesi; masques Djimini, Dogon, Yohouré, Tusyan, Pende oriental,
Landuman, Junga, Adouma, Bira.
Coll. Edouard Klejman. Statues Mumuyé.
Des reproductions N/B des pièces exposées au MEN se trouvent dans larticle de Jean
Zuber. 1999. «Du côté des collectionneurs», in: Gonseth Marc-Olivier, Jacques Hainard
et Roland Kaehr, éds. Lart cest lart. Neuchâtel: MEN,
pp. 191-219.
Velours du Kasai.
Bâton de danse. Association «bwami». Lega. Rép. démocratique du Congo. MEN
66.7.11.
Carl
André. 1993. South-West Deck Glarus 1993 (1993-06). Hot-rolled steel: 10
units, 9-unit square (3 x 3), on floor; with tenth superimposed on South-West unit. 1 cm x
50 cm x 50 cm each; 2 cm x 150 x 150 cm overall. Prêt Galerie Tschudi AG, Glaris.
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Für die Definition und
zur Bestimmung des Marktwerts eines ethnographischen Objektes ist Haben oder Nichthaben
eines Pedigrees entscheidend. Objekte, die von nur geringem künstlerischem Interesse
sind, können manchmal zu erstaunlichen Überbietungen an öffentlichen Versteigerungen
führen. Dasselbe gilt für die Reproduktionen von Werken in Büchern, Katalogen oder
Fachzeitschriften. Die so publizierten Stücke bekommen einen Zuwachs an Prestige. Gewisse
Händler oder Sammler gehen so bis zur erkauften Titelseite einer
Zeitschrift oder zur Eigenpublikation eines Buches oder einer Broschüre, um die Stücke
ihrer Sammlung reproduzieren zu können.
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] Letzthin haben wir den Katalog einer öffentlichen Versteigerung erhalten, die
die Sammlung eines im Milieu der «ersten Künste» bekannten Ehepaares als Einzelstücke
auf den Markt bringt. Darin wurden Fotografien der angebotenen Objekte in situ
reproduziert. Das besagte «in situ» war keine Hütte, kein Stammes-Altar, auch nicht
irgend ein afrikanischer oder ozeanischer Ort, sondern es waren die Regale und Stellwände
in der Wohnung der Besitzer (Ein Remake der Inneneinrichtungen von Breton, Apollinaire
oder Joseph Mueller). Dies reicht scheinbar, um den angebotenen Werken Kredit und Wert zu
verschaffen. Vielleicht werden eines Tages auf dem Flohmarkt von Saint-Ouen authentische
Repräsentationen von senegalesischen Verkaufsständen auftauchen !
Jean
Zuber. 1999. «Du côté des collectionneurs», in: Gonseth Marc-Olivier, Jacques Hainard
et Roland Kaehr, éds. Lart cest lart. Neuchâtel: MEN,
S. 185-187.
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