Die Holzsbildhauerei

  

Die Holzschnitzerei ist eine uralte Volkskunst. Im 18. Jahrhundert waren in der Schweiz die Schnitzler des Lauterbrunnentals und die von Grindelwald führend, später verlagerte sich das Zentrum ins Gebiet Brienz-Meiringen.

Als Begründer der Brienzer Holzschnitzerei gilt Christian Fischer, ein Bergbauer mit einer künstlerischen Ader. Um 1820 begann er, sich die langen Winterabende mit Schnitzen von Gebrauchsgegenständen und Figuren zu verkürzen. Während dem darauf folgenden Sommer verkaufte er jeweils das Geschnitzte, an die etwa den Giessbach aufsuchenden Touristen. Nach und nach taten es ihm auch andere Bauern gleich und so entstand im Laufe der Jahre ein Gewerbe von wirtschaftlicher Bedeutung.

L'atelier de sculpture sur bois

    

Grand bouquetin. 1960-1979. Sculpté par Max Huggler, Brienz.

Ours, hiboux, bouquetins, marmottes, aigles, sanglier, vache, taureau, mouton. Production récente faisant partie du catalogue de l’atelier Huggler woodcarvings, Brienz.

  
In der ganzen Schweiz sind heute ca. 200-300 Holzbildhauer/Innen in diesem Beruf ganz oder teilweise beschäftigt. In der Region Brienz allein zählen wir 70-100 Berufsleute. Die Kantonale Schnitzlerschule Brienz – die einzige Fachschule dieser Art in der Schweiz – zusammen mit ein paar Meisterbetrieben bilden die jungen Berufsleute in diesem Handwerk aus.
Der Jahresumsatz der aktiven Arbeitsplätze in der Region Brienz kann heute auf über 10 Millionen Franken geschätzt werden.

Dokumentation: Huggler woodcarvings, Brienz.

  

  

  

Die Holzsbildhauerei

    

Wir haben gesehen, dass ein Volkskunstgegenstand ausser einer ästhetischen Absicht auch eine Funktion haben muss, deren Wichtigkeit variiert. In den sehr seltenen Fällen, in denen diese Funktion verschwindet, erfindet ihm das ländliche Milieu, wo nichts verloren geht, schnell eine neue.
Im Gegensatz zu Produkten der «Art brut» braucht die Volkskunst immer einen Adressaten: seinen Schöpfer (Hirtenstab), die Hausbewohner, ein Dorf, eine grössere soziale Gruppe. Sie hält sich an Normen, die immer einem Konsens und sehr oft einer Tradition entspringen.
Der Gegenstand der Volkskunst ist in viel grösserem Masse als das Kunstobjekt mit den Jahreszeiten verbunden, mit dem religiösen oder profanen Festkalender und mit Ereignissen wie Verlobung, Hochzeit, Taufe, die zu seiner Herstellung Anlass geben und seinen Rhythmus bestimmen.
Räumlich und funktionell gut in die alltägliche Aktivität integriert, ist er wenig von Mode und Chronologie abhängig, bleibt alten Motiven treu; er kann in seiner Umgebung Elemente aus anderen Epochen oder Stilen ertragen. Diese unschuldigen Anachronismen machen seine Datierung oft problematischer als die des historisch genauer konnotierten Kunstobjekts, mit dem sich der Künstler im Allgemeinen in eine Ahnentafel eintragen möchte (auch wenn er seine Vorgänger in flammenden Pamphleten anschwärzt).
Der Gegenstand der Volkskunst, meist aus gewöhnlichen, vergänglichen, leicht ersetzbaren und billigen Materialien hergestellt, ist viel mehr bedroht als das Kunstobjekt. Motten, Rost, Wurmstich zerstören ihn, und man wirft ihn weg.

Nicolas Bouvier. 1991. L’art populaire. Disentis: Ed. Desertina, S.10-12.

  

  

   L'atelier de sculpture sur bois

  

Etabli de sculpture sur bois, plus haut que celui d’un menuisier, ciseaux et maillet en bois, outils usuels du sculpteur sur bois, et principales étapes du processus de fabrication d’une pièce: dessin, prototype, deux pièces prédécoupées à la machine, une pièce travaillée par le sculpteur. Prêts Huggler woodcarvings, Brienz.

Saint-Bernard porte-parapluie. 1880-1890. Sculpté par M. Mäder, Hofstetten bei Brienz. Prêt Huggler woodcarvings, Brienz. Racheté en 1987 au fabricant de chocolat Giuseppe Pagani (Danglo/Valle Blenio) afin de témoigner de l’extrême dextérité des sculpteurs sur bois du siècle dernier.

Grand aigle. 1960-1979. Sculpté par Max Huggler, Brienz. Prêt Huggler woodcarvings, Brienz.

  

Populaire, l’art qui porte ce nom ne l’est pas vraiment auprès des philosophes et des théoriciens de la culture, du moins dans leur vie professionnelle. Quand il n’est pas ignoré avec superbe, il se voit reprocher son manque de goût et de finesse, et jeté à la poubelle de l’histoire de l’art. […]
La raison la plus profonde et la plus urgente de défendre l’art populaire est qu’il nous procure (même à nous, les intellectuels) une trop grande satisfaction esthétique pour tolérer qu’on lui reproche d’être dégradé, déshumanisé et esthétiquement illégitime. L’accuser de ne convenir qu’au goût grossier et à l’esprit vulgaire des masses ignorantes et manipulées revient à nous dresser non seulement contre le reste de notre communauté, mais contre nous-mêmes. Nous sommes voués à dédaigner les choses qui nous donnent du plaisir et à avoir honte du plaisir qu’elle nous donnent.

Richard Shusterman. 1991. L’art à l’état vif: la pensée pragmatiste et l’esthétique populaire. Paris: Minuit, p. 138.

  

> Grand masque en palissandre. Art d’aéroport. MEN 65.16.140.

  

  

  

Mise à jour le 28.11.2003   [Webmaster]