Die Unterführung

  

Seit einigen Jahren bietet die Stadt Neuenburg den Mitgliedern der GSMBA (Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten) die Möglichkeit, ihre Werke drei Monate lang in der Unterführung zwischen der Place Pury und dem Hotel Beau-Rivage auszustellen. Sie gibt dafür jedes Jahr einen Betrag von 10'000 Franken aus, der unter vier Teilnehmer aufgeteilt wird. Diese haben drei Monate Zeit, um eine Reihe von Tafeln zu bemalen, die nach der Ausstellung von der Allgemeinen Plakatgesellschaft (APG) gereinigt und dann einem neuen Künstler zur Verfügung gestellt werden. Diese vergänglichen Werke haben die Doppelaufgabe, etwas Leben in eine als trist und finster geltende Unterführung zu bringen und dem Künstler Austellungsmöglichkeiten zu verschaffen.
Von März bis Mai 1999 hat Mal´gorzata Górnisiewicz dort die im MEN ausgestellten Arbeiten gezeigt. Sie ist 1964 in Krakau (Polen) geboren und studierte Gravierkunst und Malerei an der Akademie der Schönen Künste von Krakau. Im Atelier von Professor Jacek Gaj erwarb sie 1993 ein Zeichnerdiplom und im Atelier von Professor Zbyslaw Maciejewski ein Malerdiplom. Ihre künstlerischen Aktivitäten reichen von der Gravierkunst über die Buchillustration bis zur Musik. Sie ist Mitglied der Gesellschaft Schweizer Maler, Bildhauer und Architekten.

  

Le passage sous-voie

  

Expositions individuelles: Piwnica pod Baranami, Cracovie 1991, 1995; Art Club, Cracovie 1991; Centre Culturel Rotunda, Cracovie 1992; Galerie Oko, (Pologne) 1994; Consulat général de Pologne à Lille (France) 1995; Galerie Jatki, Nowy Targ (Pologne) 1995; Galerie Pod Lipami, Poznan (Pologne) 1995; Galerie Kanonicza 1, Cracovie 1995; Musée régional Lomza (Pologne) 1996.
Expositions collectives: Maciejewski - Ses amis et ses élèves, Galerie à Zabo, Nuremberg (Allemagne) 1991; Le Salon de Printemps, Palais des Arts, Cracovie 1994; Les plus jeunes membres de l’Union des Artistes plasticiens polonais, Galerie Pryzmat, Cracovie 1994; Triennale de l’Art graphique polonais, Katowice (Pologne) 1994, Clermont-Ferrand (France) 1994, Schwetzingen (Allemagne) 1995; Le IVe Salon des jeunes - Promotion, Legnica (Pologne) 1994; Festival d’Art, Kanagawa (Japon); Le Salon d’Automne 1997, Palais des Arts, Cracovie 1997.
Prix et distinctions: Troisième prix au concours La Gravure de l’année 1993, Cracovie.

  

  

Die Unterführung

  

Für die politischen Behörden erweist sich die Unterstützung von Künstlern als heikles Problem, vor allem in Zeiten mangelnder Finanzen. Sie greifen daher gerne zum sogenannten «Giesskannenprinzip», das eine Antwort auf eine grosse Anzahl von Gesuchen ermöglicht. In diesem Fall besteht die einzige kulturelle Entscheidung darin, dass man für jeden tut, was man kann. Alte und junge Künstler sind so einander gleichgestellt. Jeder wird unterstützt oder bestätigt. Besser noch, es gibt keine schlechten Projekte mehr, und die finanzielle Berieselung gilt schlussendlich als ein Akt politischen Mutes.
Die Künstler selbst sind geteilter Meinung: die einen nehmen mit Dankbarkeit die paar Brosamen in Empfang, andere klagen über die Nivellierung und die daraus entstehende finanzielle Notlage, Quellen der Verunsicherung in ihrer eigenen schöpferischen Arbeit.
Letzten Endes führt der Mangel an Geldmitteln gewisse Künstler zur Selbstzensur oder zu einem Herunterschrauben ihrer legitimen Ambitionen, andere entscheiden sich für das Exil in weniger geschützte und ihren Berufen gegenüber gastfreundlichere Orte.

Documentation: Laurence Boegli et Pascale Gazareth. 1998. L’art des questeurs: subventions et vie culturelle en Ville de Neuchâtel. Neuchâtel: Direction des Affaires culturelles, S. 113.
  

Ce sont les REGARDEURS qui font les tableaux. On découvre aujourd’hui le Greco; le public peint ses tableaux trois cents ans après l’auteur en titre. Je m’intéresse beaucoup à ce qui peut s’écrire à propos de «la mariée mise à nu par ses célibataires, même». Vous admettrez tout de même que je sois a-clérical et que la genèse du «verre» ait été extérieure à toute préoccupation religieuse ou antireligieuse.

Marcel Duchamp. 1994 [1975]. Duchamp du signe. Paris: Flammarion, p. 247.

  

  

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Mise à jour le 28.11.2003   [Webmaster]