 *Luzern 21.2.1909, Maler und Graphiker. E. absolvierte 1923/24 eine Lehre als Vermessungstechniker, 1924-27 als Bauzeichner. 1927/28 besuchte er die Kunstgewerbeschule Luzern, 1928/29 die Académie Julian, Paris, 1929/30 die Vereinigten Staatsschulen Berlin. 1932-34 hielt er sich in Paris auf und trat 1933 der Gruppe Abstraction-Création bei. Seit 1936 ist E. auch als Plastiker tätig. 1936/37 lebte er in London, wurde 1937 Mitbegründer der Vereinigung Allianz in Zürich und war 1949 Bühnenbildner bei den Salzburger Festspielen («Titus» von Mozart). Seit 1950 ist E. auch als Keramiker tätig; seit 1953 unterhält er ein Atelier in Paris. Seine Vielseitigkeit bekundet seine Mitarbeit am Filmexperiment «Une mélodie - quatre peintres» mit J. Cocteau, E.W. Nay und G. Severini. 1969-76 gehörte E. der Eidg. Kunstkommiss. an; 1979 Eröffnung des eigenen Museums in Luzern. Versch. Reisen führten E. durch Europa, nach Afrika und Asien.
E. erhielt zahlr. Auszeichnungen, u.a. 1952 erster Preis der Biennale von Rimini; 1955 Internat. Keramikerpreis, Cannes; 1982 Grand Prix Europa, Paris; 1984 Ehrennadel der Stadt Luzern; 1986 Grand Prix de l'art philatélique européen, Paris; 1988 Preis der WIPA Trilaterale '88, Salzburg; 1989 Sports Artists of the Year, Daphne (Alabama, USA). E. lebt in Luzern. Das Pseud. François Grècque, das E. vorübergehend führte, steht für seine Bewunderung der griech. Antike. Bei seinem Aufenthalt in Paris 1932-34 machte er Bekanntschaft mit der Malerei G. Braques und P. Picassos, deren klassizist. und kubist. Gestaltungsweise sein Werk beeinflusste. Als Mgl. der Pariser Künstlergruppe Abstraction-Création schuf er avantgardist. ungegenständl. dekorative Kompositionen, die er auch plast. umsetzte. Seine Reise nach London 1936/37 und sein Beitritt zur Gruppe Abstract-Concrète wirkten sich in der übernahme abstrakt-surrealist. Einflüsse aus. Das Wandbild «Die Schweiz, das Ferienland der Völker» (Schweiz. Landesausstellung 1939) regte Werke allg. verständl. Charakters in einer zeitgemässen Formensprache an, vorab in seinen Plakaten mit Bezug auf aktuelle, kulturelle und umweltpolit. Fragen. Im selben Stil entstanden von positivist. Fortschrittsglauben geprägte Porträts berühmter Philosophen, Künstler, Wissenschafter sowie Landschaften und zahlr. Darstellungen zum Thema Sport. Anregungen aus der Realität und Motive der griech. Mythologie treten hinter das illustrative Moment zurück. Dieser für E. charakterist., graph. geprägte Stil, der sich in den 40er Jahren festigte, veränderte sich seither nicht mehr. Realist. Darstellung wird kombiniert mit freien abstrakten Motiven und einer sicheren, ausschwingenden Zeichnung. Inhalt und Stil treffen dabei einen breiten Publikumsgeschmack. Briefmarkenentwürfe, Medaillen und versch. eigene Schriften («Gedanken und Gedichte», 1977) sowie Editionen (Euripides' «Bacchantinnen» mit Zeichnungen und Original-Lithographien, 1991) gehören ebenso zu seinem breiten Betätigungsfeld wie Bühnen- und Kostümbilder.
Werke: u.a. in den Museen Basel, Genf, Luzern, [Neuenburg], Schaffhausen, Winterthur, Zürich (Kunsthaus und Graph. Slg. ETH) sowie in Frankreich (Musée d'Art Moderne, Musée d'Art Décoratif, Paris), Amerika (Cleveland, Milwaukee, Museum of Modrn Art, New York), Sowjetunion und Tokio.
Ausstellungen: zahlr. Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, u.a. 1934 Abstraction-Création, Paris, 1960 L'art modeme suisse de Hodler à Klee, Musée d'Art Moderne, Paris.
Lit.: Farner, K.: H.E., Zürich 1943; Cailler, P.: H.E.: Catalogue raisonné de l'œuvre lithographié et gravé 1930-70, Genf 1969; Ammann, J.-C.: H.E., Ein Weg zum Nächsten, Luzern 1976; Rüegg, W.: H.E. Das maler. Werk, Zürich 1979; Mattheson, J.: H.E., Das zeichner. Werk und öffentl. Arbeiten, Zürich 1981; Sibler, U.: Einsichten, hg. von der GSMBA Innerschweiz, Luzern 1985; Häsler, A.A.: H.E. Lebendige Zeitgenossenschaft, Werke 1979-87, Zürich 1987; E. Vie et mythologie, hg. von der Fondation Pierre Gianadda, Martigny 1989.
D.Fä. Schweizer Lexikon 1991, bd. 2
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